Basis

Fake News/Desinformation

Fake News/Desinformation

Lernziel:

Die Teilnehmenden lernen verschiedene Arten und Mechanismen von Fake News kennen und üben anhand alltagsnaher Beispiele, Fake News zu erkennen.

Geeignet für: Ältere Menschen

Über den Download hinaus benötigtes oder vorzubereitendes Material (für meine geplante Einheit):
    KMK-Kompetenzbereiche der Strategie „Bildung in der digitalen Welt":
    1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
    1.2. Auswerten und Bewerten
    4. Schützen und sicher Agieren
    4.1. Sicher in digitalen Umgebungen agieren
    6. Analysieren und Reflektieren
    6.1. Medien analysieren und bewerten
    6.2. Medien in der digitalen Welt verstehen und reflektieren

    Im Folgenden finden Sie den Ablaufplan für die gewählte 90-Minuten-Einheit. Details können Sie über die Dreiecke ein- und ausblenden.

    An einigen Stellen können Sie aus mehreren inhaltlichen bzw. methodischen Varianten wählen, um den Ablauf bestmöglich auf Ihre Lerngruppe anzupassen.

    Für meine Einheit mit den gewählten Varianten

    Ablaufplan für die Basis-Einheit „Fake News/Desinformation"

    Einstieg: Fake News

    Dauer: 15 Minuten

    Kommen Sie mit den Teilnehmenden ins Gespräch, beispielsweise anhand dieser Fragen:

    • Haben Sie den Begriff „Fake News“ schon mal gehört? Was versteckt sich hinter dem Begriff?
    • Sind Ihnen schon mal Meldungen untergekommen, die sich als „Fake News“ herausgestellt haben?
    • Woran kann man erkennen, dass es sich um „Fake News“ handelt?

    Arbeiten Sie folgende Aspekte im Gespräch mit den Teilnehmenden heraus:

    • „Fake News“ ist ein englischer Begriff und bedeutet übersetzt „gefälschte Nachricht“ oder „Falschnachricht“. Gemeint sind Nachrichten, die absichtlich falsch sind und wie echte Berichte aussehen.
    • Unzutreffende Informationen werden manchmal auch ohne böse Absicht weitergegeben. So kommt es immer wieder vor, dass Fehler in Berichten, Missverständnisse oder sogenannte Zeitungsenten verbreitet werden. Wenn jedoch bewusst falsche Informationen erstellt und verbreitet werden, um Menschen zu täuschen oder zu beeinflussen, bezeichnet man dies als Desinformation. Eine Art davon sind „Fake News“.
    • Gerade über das Internet – insbesondere Soziale Medien – verbreiten sich „Fake News“ schnell. Im Internet finden Sie unzählige Informationen, die teils von Privatpersonen und teils von Institutionen veröffentlicht wurden – all dies sind unterschiedliche „Quellen“, eine pauschale „Quelle Internet“ gibt es nicht.
    • Auch über Messenger verbreiten sich Fake News schnell – denn Nachrichten von Freunden und Bekannten werden oft weniger kritisch hinterfragt. Häufig werden sie gut gemeint weitergeleitet, obwohl sie falsch sind.

    Absichten und Methoden von Fake News verstehen

    Dauer: 15 Minuten

    Vermitteln Sie die folgenden Aspekte wahlweise im freien Gespräch oder unterstützt durch die Präsentation (s. Material-Download) – je nach Gruppengröße, Kontext und Teilnehmenden:

    Die Absichten hinter Fake News sind vielfältig. Folgende kommen besonders häufig vor:

    • Werbung

      Manche Falschmeldungen sollen dazu dienen, ein bestimmtes Produkt bekannt zu machen oder den Verkauf anzukurbeln.

    • Mehr Klicks (Traffic)

      Nicht immer geht es um ein konkretes Produkt. Oft soll einfach erreicht werden, dass möglichst viele Menschen eine Internetseite besuchen.

      Der Begriff „Traffic“ umschreibt in diesem Zusammenhang den „Datenverkehr“ auf einer Internetseite bzw. einer Plattform. Je mehr Menschen eine Seite anklicken, desto mehr Einnahmen können Betreiber mit Werbung erzielen. Deshalb gibt es sogenannte „Clickbait“-Überschriften: Sie sollen neugierig machen und möglichst viele Klicks erzeugen – auch wenn der Inhalt dann oft übertrieben oder irreführend ist.

    • Stimmungsmache/Manipulation

      Fake News können auch politische Ziele verfolgen. Durch gezielt verbreitete Inhalte soll versucht werden, die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

    • Sammeln persönlicher Daten

      Ein weiteres Ziel kann sein, an persönliche Informationen zu gelangen. Mit falschen Versprechungen werden Nutzerinnen und Nutzer dazu gebracht, Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum oder Interessen anzugeben. Diese Informationen können anschließend an Unternehmen verkauft oder sogar für Betrugsversuche genutzt werden, etwa wenn Kriminelle persönliche Details verwenden, um Vertrauen zu gewinnen.

    Fake News beruhen auf unterschiedlichen Methoden:

    1. Falscher Zusammenhang
      Ein echtes Foto, Video oder Zitat wird gezeigt, aber in einem anderen Zusammenhang dargestellt, sodass eine falsche Bedeutung entsteht.

    2. Übertreibung oder einseitige Darstellung
      Ein tatsächliches Ereignis wird stark übertrieben oder nur teilweise dargestellt, damit es dramatischer oder bedeutsamer wirkt. Manchmal werden auch länger zurückliegende Ereignisse so dargestellt, als seien sie erst kürzlich passiert.

    3. Komplett erfundene Inhalte
      Manchmal werden Geschichten oder Behauptungen vollständig ausgedacht und damit Lügen, Unterstellungen oder Unsinn als angebliche Wahrheiten verbreitet.

    Wichtig zu wissen:

    Auch Bilder und Videos können verändert werden (z.B. mithilfe Künstlicher Intelligenz). Einzelne Teile können hinzugefügt, entfernt oder manipuliert werden, sodass der Eindruck entsteht, etwas sei wirklich passiert – obwohl das nicht stimmt.

     

    Klären Sie im Gespräch Rückfragen der Teilnehmenden.

    Übung: Quellen einschätzen lernen

    Dauer: 30 Minuten

    Bei den Quiz-Elementen können Sie wahlweise per Meldung/Handzeichen oder durch Aufstellung abstimmen lassen.

    Gewählte Variante

    Führen Sie die Teilnehmenden anhand der Präsentation (s. Material-Download) durch die Fallbeispiele. Je Fall sollen die Teilnehmenden zunächst benennen, woran erkennbar ist, dass es sich um Fake News handelt. Anschließend erfragen Sie in Quiz-Form, welche Absicht damit verfolgt und welche Methode dafür angewandt wurde. Festigen Sie im Gespräch anhand der Beispiele das zuvor vermittelte Wissen zu Erkennungsmerkmalen und Methoden von Fake News.

    Hinweis: Die gezeigten Fake News basieren auf tatsächlich kursierenden Fake News, auch wenn sie für die Präsentation grafisch nachgebaut wurden.

    Hinweis: der Newstest ist umfassend und komplex und eignet sich daher besonders für Gruppen mit inhaltlich besonders anspruchsvollen Teilnehmenden. Wenn Sie den Newstest in der Begleitung einsetzen möchten, setzen Sie sich vorab damit auseinander und durchlaufen Sie ihn selbst, sodass Ihnen die Inhalte und die Handhabung bereits vertraut sind. Es ist kein Problem, wenn die Zeit nicht ausreicht, alle Fragen zu beantworten. Nutzen Sie die Fallbeispiele, um mit der Gruppe zu den jeweiligen Themen zur Einschätzung von Absichten und Glaubwürdigkeit ins Gespräch zu kommen.

    https://der-newstest.de

    Hinweis: Der Newstest lässt sich auch herunterladen und dann offline spielen, falls Sie bei der Begleitung kein Internet zur Verfügung haben.

    Material:

    Strategien zum Erkennen von Fake News

    Dauer: 20 Minuten

    Vermitteln Sie die folgenden Aspekte wahlweise im freien Gespräch oder unterstützt durch die Präsentation (s. Material-Download) – je nach Gruppengröße, Kontext und Teilnehmenden:

    Hilfestellung für den Alltag, um Inhalte aus dem Internet zu überprüfen – Fakten, Meinung oder Fake News?

    • Schauen Sie genau hin
      Häufig lassen sich unseriöse Internetseiten und/oder Beiträge/Postings/Nachrichten in Sozialen Medien bereits an bestimmten Merkmalen erkennen. Dazu gehören zum Beispiel viele Rechtschreibfehler, ein ungewöhnlicher oder sehr reißerischer Schreibstil oder unscharfe und schlecht gemachte Bilder. Auch die Gestaltung kann Hinweise geben: Wenn ganze Textpassagen nur in Großbuchstaben geschrieben sind oder sehr viele Ausrufezeichen verwendet werden, deutet das oft darauf hin, dass es der Seite nicht um eine sachliche und verlässliche Informationsvermittlung, sondern eher um Aufmerksamkeit oder starke Emotionen geht.
    • Fakten prüfen: Nutzen Sie mehrere Informationsquellen
      Wenn Sie sich über ein Thema informieren möchten, ist es hilfreich, mehr als eine Quelle zu nutzen. So können Sie ein Ereignis aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und sich anschließend eine eigene Meinung bilden. Haben Sie eine Information auf einer Internetseite gefunden, lohnt es sich zu prüfen, ob dieselbe Nachricht auch auf anderen Seiten auftaucht. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Texte nicht Wort für Wort identisch sind. Sind sie gleich formuliert, kann es sein, dass alle Seiten dieselbe ursprüngliche Quelle übernommen haben. Besonders hilfreich ist es, wenn auch bekannte Zeitungen oder Rundfunksender über das Thema berichten. Solche Medien legen in der Regel großen Wert darauf, Informationen vorher sorgfältig zu überprüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachricht verlässlich ist.
    • Die Bilder überprüfen:
      Mit der Bilderrückwärtssuche bei Google können Sie prüfen, ob und wenn ja, wann und in welchem Kontext ein Bild schon mal genutzt wurde. Dies hilft, aus dem Kontext gerissene Bilder zu identifizieren.
    • Impressum: Wer betreibt die Internetseite?
      Auf vielen Internetseiten gibt es einen Bereich mit dem Namen „Impressum“. Dort finden sich Angaben darüber, wer für die Seite verantwortlich ist. Dazu gehören zum Beispiel Name, Anschrift und Kontaktmöglichkeiten sowie weitere gesetzlich vorgeschriebene Informationen. In Deutschland sind Betreiber von Internetseiten verpflichtet, ein Impressum bereitzustellen. Fehlt diese Angabe auf einer deutschen Internetseite, ist dies ein Anhaltspunkt, dass die Seite nicht vertrauenswürdig ist. Ist ein Impressum vorhanden, kann es sinnvoll sein, die dort genannten Personen oder Organisationen in einer Suchmaschine nachzuschlagen. Auf diese Weise lässt sich oft herausfinden, wer hinter der Seite steht und wie glaubwürdig die Quelle ist. Besonders wissenschaftliche Einrichtungen oder staatliche Institutionen sind in der Regel verlässliche Informationsquellen.
    • Wurde der Inhalt bereits als „Fake News“ enttarnt?
      Es gibt mehrere verlässliche Quellen, die aktuell kursierende Fake News enttarnen und die Zusammenhänge und Mechanismen offenlegen. Schauen Sie daher, wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, ob dies beispielsweise auf einer dieser Seiten bereits thematisiert wird:

    Sollten Sie noch Zeit haben, lassen Sie die Teilnehmenden die zuvor genannten Fakten-Check-Seiten erkunden.

    Abschlussrunde

    Dauer: 10 Minuten

    Klären Sie offene Fragen, kündigen Sie das nächste Treffen an und verabschieden Sie sich.

    Für meine Einheit mit den gewählten Varianten

    Über den Download hinaus benötigtes oder vorzubereitendes Material (für meine geplante Einheit):

      Anregungen zur Vertiefung oder Weiterarbeit

      Fake News selbst erstellen

      Anleitung der Methode

      In dieser Gruppenübung erstellen die Teilnehmenden selbst eine erfundene Nachricht. Dadurch lernen sie, wie leicht sich scheinbar glaubwürdige Meldungen gestalten lassen.

      So wird verständlicher, welche Tricks hinter Fake News stecken und worauf man beim Lesen von Nachrichten achten sollte.


      Warum diese Übung sinnvoll ist

      Wenn man selbst einmal versucht, eine Fake News zu erfinden, erkennt man schnell:

      • wie einfach Informationen verdreht werden können
      • wie stark Überschriften Emotionen beeinflussen
      • wie ein Bild oder ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat eine falsche Geschichte glaubwürdig wirken lassen kann
      • dass nicht alles, was im Internet professionell aussieht, auch wahr ist

      Die Teilnehmenden entwickeln dadurch ein kritischeres Auge für Nachrichten im Internet, in sozialen Medien oder Messenger-Diensten.


      Ablauf der Übung

      1. Gruppen bilden

      • Teilen Sie die Teilnehmenden in kleine Gruppen (2–4 Personen) ein.

      2. Thema auswählen

      Jede Gruppe wählt ein harmloses Alltags-Thema, zum Beispiel:

      • Gesundheit
      • Lebensmittel
      • Technik
      • Alltag im Ort
      • Prominente

      Wichtig: Es sollte kein sensibles oder verletzendes Thema sein.


      3. Eine Fake-Meldung erfinden

      Die Gruppen überlegen sich eine kurze Meldung (2–3 Sätze).

      Dabei dürfen sie typische Fake-News-Tricks verwenden.

      Mögliche Ideen:

      • eine übertriebene Behauptung
      • ein angebliches Expertenzitat
      • eine schockierende Überschrift
      • eine vermeintliche neue Studie

      Beispiel (nur zur Erklärung):

      „Neue Studie zeigt: Wer täglich zwei Tassen Kaffee trinkt, lebt zehn Jahre länger.“


      4. Die Meldung „glaubwürdig“ gestalten

      Die Gruppen überlegen zusätzlich:

      • eine reißerische Überschrift
      • eine angebliche Quelle oder Studie
      • ein passendes Bild, das die Aussage unterstützt

      Je nach Kenntnisstand der Teilnehmenden und zur Verfügung stehender Zeit können Sie hier auch zur Verwendung von KI-Tools anregen.


      5. Präsentation der Fake News

      Jede Gruppe stellt ihre erfundene Nachricht kurz vor.

      Die anderen Teilnehmenden überlegen gemeinsam:

      • Warum könnte man diese Meldung glauben?
      • Welche Hinweise machen sie vielleicht doch unglaubwürdig?

      Gemeinsame Auswertung

      Besprechen Sie anschließend:

      • Welche Tricks wurden besonders häufig verwendet?
      • Was hat die Fake News glaubwürdig erscheinen lassen?
      • Welche Warnzeichen hätte man erkennen können?

      Typische Merkmale:

      • übertriebene oder schockierende Überschrift
      • angebliche Studien ohne genaue Quelle
      • starke Emotionen (Angst, Wut, Überraschung)
      • einfache Lösungen für komplexe Probleme

      Merksatz für die Gruppe:

      Wenn eine Nachricht sehr überraschend klingt oder starke Gefühle auslöst, lohnt es sich besonders, genauer hinzuschauen und die Informationen zu überprüfen.