Basis

Sicherheit und Datenschutz

Sicherheit und Datenschutz

Lernziel:

Die Teilnehmenden erfahren, was private Daten sind, wo und wie sie diese bei der Nutzung digitaler Anwendungen bedenkenlos angeben können und wann Vorsicht geboten ist. 

Geeignet für: Ältere Menschen

Über den Download hinaus benötigtes oder vorzubereitendes Material (für meine geplante Einheit):
    KMK-Kompetenzbereiche der Strategie „Bildung in der digitalen Welt":
    4. Schützen und sicher Agieren
    4.2. Persönliche Daten und Privatsphäre schützen

    Im Folgenden finden Sie den Ablaufplan für die gewählte 90-Minuten-Einheit. Details können Sie über die Dreiecke ein- und ausblenden.

    An einigen Stellen können Sie aus mehreren inhaltlichen bzw. methodischen Varianten wählen, um den Ablauf bestmöglich auf Ihre Lerngruppe anzupassen.

    Für meine Einheit mit den gewählten Varianten

    Ablaufplan für die Basis-Einheit „Sicherheit und Datenschutz"

    Einstieg: Wer darf’s wissen?

    Dauer: 15 Minuten

    Bereiten Sie vorab drei kleine Tische vor – oder unterteilen Sie einen großen Tisch mit Seilen/Krepp-Klebeband in drei Bereiche – und legen Sie darauf jeweils eines der drei Schilder „Das dürfen alle wissen“, „Das dürfen nur enge Freunde oder Familie wissen“ und „Das darf niemand außer mir wissen“ (s. Material-Download).

    Begrüßen Sie die Teilnehmenden. Geben Sie die zu sortierenden Karten (s. Material-Download) aus und bitten Sie die Teilnehmenden, gemeinsam zu entscheiden, wo die jeweilige Angabe abzulegen ist.

    Besprechen Sie anschließend die Einordnung. Weisen Sie darauf hin, dass es im echten Leben zwischen ganz öffentlich und ganz privat viele Abstufungen gibt, auch wenn eben nur drei Kategorien abgebildet waren. Ebenso können für verschiedene Menschen unterschiedliche Informationen besonders schützenswert sein – das ist in Ordnung.

    Wir empfehlen als Orientierungsrahmen: Alles, was jemand gegen Sie verwenden könnte – etwa für Betrug, Identitätsmissbrauch oder Einbruch – sollte nicht öffentlich geteilt werden (einige konkrete Beispiele: Wohnadresse, Geburtsdatum, Kontodaten, Ausweis-Nummern, Informationen über Familienmitglieder).

    Besprechen Sie auch den „Puzzle-Effekt“: Machen Sie deutlich, dass aus den einzelnen preisgegebenen Daten ein umfassenderes Gesamtbild entstehen kann, das zu viel über eine Person verrät.

    Material:

    Schilder und Karten, ausgedruckt und zugeschnitten (s. Material-Download)

    drei kleine Tische, alternativ Seile/Krepp-Klebeband

    Was sind private Daten und warum werden diese abgefragt

    Dauer: 15 Minuten

    Vermitteln Sie folgende Aspekte wahlweise im freien Gespräch oder unterstützt durch die Präsentation (s. Material-Download) – je nach Gruppengröße, Kontext und Teilnehmenden:

    Was sind private Daten?

    • Persönliche Informationen über Sie
    • Beispiele:
      • Name
      • Adresse
      • Geburtsdatum
      • Telefonnummer
      • E-Mail-Adresse
      • Bank- oder Kreditkartendaten
      • Fotos oder Videos
      • Standortdaten (wo Sie sich gerade befinden)
      • Interessen und Gewohnheiten (z. B. welche Internetseiten Sie besuchen)

    Warum fragen Anwendungen nach solchen Daten?

    • Um ein Benutzerkonto einzurichten
      • z. B. Name und E-Mail-Adresse für die Anmeldung
    • Damit ein Dienst funktionieren kann
      • z. B. Adresse für eine Lieferung im Online-Shop
    • Für Sicherheit
      • z. B. E-Mail-Adresse oder Telefonnummer für Bestätigungen
    • Zur Personalisierung
      • z. B. Vorschläge für Filme, Produkte oder Nachrichten
    • Für Werbung
      • Firmen können Werbung gezielter anzeigen, wenn sie etwas über Ihre Interessen wissen

    Viele dieser Verwendungszwecke sind absolut legitim und die Verwendung der Daten sogar notwendig. Es ist also nicht per se schlecht, private Daten anzugeben. Wichtig ist, darauf zu achten, wem Sie Zugang zu welchen Daten geben.

    Im Alltag haben wir oft keine Lust, AGBs zu lesen und stimmen einfach zu, um eine App oder einen Dienst nutzen zu können. Das ist verständlich. In der Folge bedeutet das aber oftmals, dass Sie der Nutzung Ihrer Daten zugestimmt haben – allerdings ohne konkret zu wissen welcher.

    Warum kann es gefährlich sein, wenn Ihre Daten in die falschen Hände geraten oder öffentlich einsehbar sind?

    1. Identitätsdiebstahl – Kriminelle könnten Ihre Daten nutzen, um in Ihrem Namen Konten zu eröffnen oder Betrug zu begehen.
    2. Phishing & Betrug – Betrügerinnen und Betrüger könnten gezielt Angriffe starten, um Sie zu täuschen und an weitere sensible Daten zu gelangen.
    3. Verkauf der Daten – Ihre Daten könnten ohne Ihr Wissen verkauft oder für unerwünschte Werbezwecke genutzt werden.
    4. Belästigung – Persönliche Informationen könnten missbraucht werden, um Sie zu belästigen.

    (vgl. https://www.handysektor.de/artikel/darum-solltest-du-im-internet-nicht-alles-preisgeben, zuletzt 05.03.2026)

    „Bezahlen mit Daten“

    Viele digitale Dienste wirken kostenlos, zum Beispiel:

    • soziale Netzwerke
    • kostenlose Apps
    • Online-Spiele
    • Nachrichten- oder Wetter-Apps

    In Wirklichkeit bezahlen Nutzerinnen und Nutzer oft mit ihren Daten.

    Das bedeutet:

    • Die Anwendung sammelt Informationen über Ihr Verhalten
      • z. B. welche Beiträge Sie anklicken oder wie lange Sie etwas ansehen
    • Diese Daten helfen Unternehmen dabei, Werbung sehr genau auf Sie zuzuschneiden
    • Dadurch verdienen die Anbieter Geld mit Werbung oder der Auswertung von Daten

    Man kann also sagen:

    👉 Wenn ein Online-Dienst nichts kostet, sind häufig Ihre Daten ein Teil der Bezahlung. Wägen Sie jeweils ab, ob es Ihnen das wert ist.

    Wichtige Tipps

    • Geben Sie nur die Daten an, die wirklich nötig sind.
    • Überlegen Sie, ob eine App oder eine Person diese Informationen wirklich braucht.
    • Kostenlose Angebote sind nicht immer wirklich „gratis“.

    Vertiefungsoption

    Dauer: 50 Minuten

    Gewählte Variante

    Stellen Sie verschiedene Fallbeispiele vor – wahlweise im freien Gespräch oder unterstützt durch die Präsentation (s. Material-Download), je nach Gruppengröße, Kontext und Teilnehmenden. Lassen Sie die Teilnehmenden entscheiden, ob diese die angeforderten Daten angeben würden oder nicht. Begleiten Sie anschließend einen Austausch zu jedem Fallbeispiel, bei dem die Teilnehmenden oder Sie eine Einordnung zum Fallbeispiel vornehmen. Wie viele Fallbeispiele Sie besprechen, sollten Sie an die jeweilige Gruppe anpassen.

    Die Fallbeispiele:

    Fallbeispiel 1: Das neue Smartphone-Spiel

    Sie installieren ein kostenloses Puzzle-Spiel auf Ihrem Smartphone.

    Beim Start fragt die App nach folgenden Daten:

    • Zugriff auf Ihre Kontakte
    • Zugriff auf Ihre Fotos
    • Zugriff auf Ihren Standort

    Das Spiel funktioniert nur, wenn Sie diese Zugriffe erlauben.

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie diese Daten freigeben?

    Kurzfeedback:

    ⚠️ Die Angabe der Daten ist nicht empfehlenswert.

    Für ein einfaches Spiel sind diese Daten nicht notwendig. Solche Apps sammeln manchmal Informationen für Werbung oder Datenanalyse.

    ➡️ Besser eine andere App wählen.


    Fallbeispiel 2: Online-Bestellung in einem Shop

    Sie bestellen ein Kleidungsstück in einem Online-Shop.

    Der Shop fragt nach

    • Name
    • Adresse
    • E-Mail-Adresse
    • Bezahldaten

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie diese Daten angeben?

    Kurzfeedback:

    ✅ Hier ist das normal und notwendig.

    Der Shop braucht diese Daten, um:

    • die Bestellung zuzuordnen
    • das Kleidungsstück zu liefern
    • die Zahlung abzuwickeln

    ➡️ Wichtig ist allerdings, dass der Shop seriös/sicher ist.

    (Tipps zur Erkennung sicherer Shops siehe https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Online-Banking-Online-Shopping-und-mobil-bezahlen/Online-Shopping/Worauf-beim-Online-Einkauf-zu-achten-ist/worauf-beim-online-einkauf-zu-achten-ist_node.html
    Bei Zweifeln kann der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale genutzt werden: https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560).


    Fallbeispiel 3: Paket beim Zoll

    Sie erhalten eine SMS/WhatsApp-Nachricht von einem Paketdienst

    Darin steht:

    „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden und liegt beim Zoll.

    Bitte bezahlen Sie 2,50 € Zollgebühr, damit die Lieferung freigegeben wird.“

    In der Nachricht befindet sich ein Link zu einer Internetseite.

    Dort sollen Sie folgende Daten eingeben:

    • Name und Adresse
    • Kreditkartendaten oder Bankdaten
    • eventuell Geburtsdatum

    Die Zahlung soll sofort erfolgen, sonst werde das Paket zurückgeschickt.

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie auf den Link klicken und die Daten eingeben?

    Kurzfeedback:

    🚨 Sehr wahrscheinlich Phishing / Betrugsversuch.

    Typische Hinweise sind:

    • Sehr kleine Beträge (z. B. 1–3 €), damit viele Menschen schnell zahlen
    • Druck oder Zeitstress („sonst wird das Paket zurückgeschickt“)
    • Link in der Nachricht, der zu einer gefälschten Internetseite führt
    • Sie kennen den Absender nicht oder dieser erscheint nicht seriös
    • Sie erwarten gar kein Paket

    ➡️ Betrüger versuchen so, an Ihre Zahlungsdaten zu kommen.

    Was stattdessen tun?

    • Nicht auf den Link klicken
    • Keine Daten eingeben
    • Wenn Sie wirklich ein Paket erwarten: selbst auf die offizielle Internetseite des Paketdienstes gehen und dort die Sendungsnummer prüfen.

    Fallbeispiel 4: Kostenloses WLAN im Café

    In einem Café gibt es kostenloses WLAN.

    Bevor Sie es nutzen können, müssen Sie ein Formular ausfüllen mit:

    • Name
    • E-Mail-Adresse
    • Zustimmung, Werbung per E-Mail zu erhalten

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie das ausfüllen?

    Kurzfeedback:

    ⚠️ Überlegen Sie gut.

    Das Internet ist zwar kostenlos, aber Sie „bezahlen“ möglicherweise mit Werbung und Ihren Daten.

    ➡️ Man kann:

    • eine zweite E-Mail-Adresse verwenden (die Sie immer dann angeben, wenn unerwünschte Nachrichten nicht auszuschließen sind)
    • oder auf das WLAN verzichten.

    Fallbeispiel 5: Videotelefonie mit den Enkeln

    Sie möchten mit Ihren Enkeln über eine Videotelefonie-App sprechen.

    Die App fragt nach

    • Telefonnummer oder E-Mail
    • Zugriff auf Kamera
    • Zugriff auf Mikrofon

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie diese Daten freigeben?

    Kurzfeedback:

    ✅ Hier ist das notwendig.

    Ohne Kamera und Mikrofon funktioniert Videotelefonie nicht.

    ➡️ Diese Daten sind für den Zweck der App sinnvoll.


    Fallbeispiel 6: E-Mail von der „Bank“

    Sie erhalten eine E-Mail von Ihrer Bank.

    In der Nachricht steht:

    „Aus Sicherheitsgründen müssen Sie Ihre Daten bestätigen.

    Bitte klicken Sie auf den folgenden Link und geben Sie Ihre Zugangsdaten ein, sonst wird Ihr Konto gesperrt.“

    Die E-Mail fordert Sie auf, folgende Daten einzugeben:

    • Online-Banking-Benutzername
    • Passwort
    • TAN oder Sicherheitscode

    Außerdem steht in der E-Mail, dass Sie innerhalb von 24 Stunden reagieren müssen.

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie auf den Link klicken und die Daten eingeben?

    Kurzfeedback:

    🚨 Klare Warnung – sehr wahrscheinlich Phishing.

    Typische Merkmale solcher Betrugs-E-Mails sind:

    • Druck oder Zeitstress („innerhalb von 24 Stunden“)
    • Aufforderung, Passwörter oder TAN einzugeben
    • Link in der E-Mail, der zu einer gefälschten Internetseite führen kann (die aber auf den ersten Blick der offiziellen Internetseite der Bank ähnlich sehen kann)

    ➡️ Banken fragen niemals per E-Mail nach Passwort oder TAN.

    Was stattdessen tun?

    • Nicht auf den Link klicken

    • Keine Daten eingeben

    • Im Zweifel direkt bei der Bank nachfragen

      (z. B. über die offizielle Internetseite oder Telefonnummer)


    Fallbeispiel 7: Arzttermin online buchen

    Sie möchten einen Arzttermin online buchen.

    Auf der Internetseite der Praxis werden Sie gebeten, folgende Daten anzugeben:

    • Name
    • Geburtsdatum
    • Telefonnummer
    • E-Mail-Adresse
    • Krankenkasse

    Die Praxis erklärt, dass diese Daten benötigt werden, um

    • den Termin für Sie zu reservieren
    • Sie bei Änderungen zu kontaktieren
    • die Patientendaten korrekt zuzuordnen

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie diese Daten angeben?

    Kurzfeedback:

    ✅ Hier ist die Datenabfrage in der Regel legitim.

    Eine Arztpraxis braucht diese Informationen, um:

    • Patienten eindeutig zu identifizieren
    • Termine zu organisieren
    • im Notfall Kontakt aufzunehmen

    ➡️ Wichtig ist nur:

    • die Terminbuchung erfolgt über die offizielle Internetseite der Praxis oder einen bekannten Terminservice
    • die Verbindung ist sicher (oft erkennbar am Schloss-Symbol in der Adresszeile im Browser)

    Fallbeispiel 8: Die Wetter-App

    Sie installieren eine kostenlose Wetter-App.

    Die App fragt nach

    • Standortzugriff
    • E-Mail-Adresse
    • Geburtsdatum

    Frage an die Teilnehmenden:

    Welche Daten würden Sie angeben?

    Kurzfeedback:

    • 🌦 Standort kann sinnvoll sein, damit das Wetter für Ihren Ort angezeigt wird.
    • ⚠️ E-Mail und Geburtsdatum sind dafür nicht notwendig.

    ➡️ Diese Angaben kann man meist überspringen.


    Fallbeispiel 9: Die Taschenlampen-App

    Sie laden eine Taschenlampen-App herunter.

    Diese möchte Zugriff auf

    • Standort
    • Kontakte
    • Mikrofon

    Frage an die Teilnehmenden:

    Würden Sie diese Daten freigeben?

    Kurzfeedback:

    🚨 Klare Warnung.

    Eine Taschenlampen-App braucht keine solchen Daten.

    ➡️ Das kann ein Hinweis auf eine unseriöse App sein.

    ➡️ Besser nicht installieren oder Berechtigungen verweigern.

    Achtung: Achten Sie darauf, dass Teilnehmende im Folgenden keine privaten Passwörter preisgeben!

    Phase 1 (ca. 30 Minuten):

    Bitten Sie die Teilnehmenden um Handzeichen zu folgenden Fragen:

    • Wer hat Schwierigkeiten, sich Passwörter zu merken?
    • Wer benutzt für verschiedene Anwendungen das gleiche Passwort?
    • Wer hat schon mal einem anderen Menschen ein Passwort verraten?

    Machen Sie deutlich, dass Datenschutz aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden muss:

    • Welche Informationen geben wir freiwillig preis? Dies sollte stets sorgfältig abgewogen werden. Dabei spielen auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eine Rolle, da wir hier ggf. einer fragwürdigen Verwendung unserer Daten zustimmen. Ebenso gehört dazu die freiwillige Weitergabe sensibler Informationen wie Passwörter oder Zugangscodes zu privaten Geräten.
    • Welche Daten „ergaunern“ sich andere Menschen aus kriminellen Motiven? Dies können wir zumindest erschweren, indem wir gute Passwörter verwenden, für jeden Dienst ein eigenes Passwort nutzen und diese streng geheim halten.

    Schauen Sie sich als Impuls gemeinsam das folgende Video an, in dem erklärt wird, was ein gutes Passwort ausmacht und wie man sich diese merken kann (4:27 Minuten):

    https://www.youtube.com/watch?v=jtFc6B5lmIM

    Kommen Sie anschließend kurz dazu ins Gespräch. Lassen Sie die Teilnehmenden selbst einschätzen, wie sicher die von ihnen aktuell genutzten Passwörter sind. (Achten Sie darauf, dass diese Passwörter im Gespräch nicht verraten werden!)

    Zur Festigung der Inhalte leiten Sie die Teilnehmenden anschließend durch dieses Quiz, das Ihnen als auch Präsentation zur Verfügung steht (s. Material-Download):

    Ein Nutzer verwendet folgendes Passwort für sein E-Mail-Postfach:

    123456

    Ist dieses Passwort sicher oder unsicher?

    Feedback:

    ❌ Unsicher.

    Solche Passwörter gehören zu den am häufigsten verwendeten Passwörtern weltweit.

    Kriminelle probieren diese oft automatisch als erstes aus.

    ➡️ Ein Passwort sollte nicht aus einfachen Zahlenreihen bestehen.


    Eine Nutzerin verwendet als Passwort:

    Renate1960

    (Das ist ihr Vorname und ihr Geburtsjahr.)

    Frage an die Teilnehmenden:

    Ist dieses Passwort sicher oder unsicher?

    Feedback:

    ❌ Unsicher.

    Persönliche Daten wie

    • Name
    • Geburtsjahr
    • Name von Kindern oder Haustieren

    können leicht erraten werden, besonders wenn diese Informationen in sozialen Netzwerken stehen.

    ➡️ Persönliche Daten sollten nicht Teil des Passworts sein.


    Ein Nutzer verwendet folgendes Passwort:

    IchTrinkeJedenMorgen2Kaffee!

    Frage an die Teilnehmenden:

    Ist dieses Passwort sicher oder unsicher?

    Feedback:

    ✅ Relativ sicher.

    Warum?

    • langes Passwort
    • Mischung aus Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
    • schwer zu erraten

    ➡️ Passwort-Sätze sind oft leicht zu merken und gleichzeitig relativ sicher (noch sicherer sind sie, wenn die Wörter nichts miteinander zu tun haben).


    Eine Nutzerin verwendet für

    • E-Mail-Postfach
    • Online-Shop
    • soziales Netzwerk

    immer dasselbe Passwort:

    Sonne2020!

    Frage an die Teilnehmenden:

    Ist das eine gute Idee?

    Feedback:

    ❌ Unsicher.

    Wenn ein Benutzerkonto „gehackt“ wird (wenn also ein missbräuchlicher Zugriff auf das Konto gelingt), können Kriminelle versuchen, mit demselben Passwort auch auf andere Konten zuzugreifen.

    ➡️ Wichtig: Für jeden Online-Dienst sollten unterschiedliche Passwörter verwendet werden.


    Ein Nutzer verwendet dieses Passwort:

    T7$k

    Frage an die Teilnehmenden:

    Ist dieses Passwort sicher oder unsicher?

    Feedback:

    ❌ Unsicher.

    Es wirkt zwar kompliziert, aber

    • es ist sehr kurz
    • kurze Passwörter lassen sich schneller durchprobieren

    ➡️ Ein gutes Passwort sollte mindestens 12 Zeichen lang sein.


    Merksatz für die Teilnehmenden:

    Ein gutes Passwort ist

    • lang
    • nicht leicht zu erraten
    • nicht überall gleich 🔐

     

    Phase 2 (ca. 20 Minuten):

    Kommen Sie anschließend ins Gespräch, ob – und wenn ja, wo – den Teilnehmenden abseits vom Passwort schon andere Identitätsnachweise begegnet sind.

    Schauen Sie sich als Impuls gemeinsam das folgende Video an, in dem die Zwei-Faktor-Authentisierung erläutert wird (1:47 Minuten):

    https://www.youtube.com/watch?v=xCCni1Sxe80

    Kommen Sie anschließend kurz dazu ins Gespräch und klären Sie Fragen. (Beim Verständnis der Zwei-Faktor-Authentisierung kann eine Analogie aus dem Alltag helfen: Um Geld am Automaten abzuheben, werden zwei Dinge benötigt: Bankkarte und PIN – etwas, das Sie haben und etwas, das Sie wissen.)

    Besprechen Sie in Ruhe drei weit verbreitete Möglichkeiten, mit denen ein zusätzlicher Identitätsnachweis erfolgen kann (z. B. als zweiter Faktor bei der Anmeldung):
    (Hinweis: Bei einigen Anbietern gibt es unterdessen gar keine Passwörter mehr. Stattdessen erfolgt die Anmeldung vollständig über einen Code per SMS oder einen Link per E-Mail. In diesem Fall ersetzt der Code das Passwort und ist kein zusätzlicher zweiter Faktor.)

    • Code per SMS Der Identitätsnachweis über einen Code, den Sie per SMS erhalten, ist einfach und bequem. Häufig wird dieser Code zusätzlich zu einem Passwort abgefragt, um Ihre Identität zu bestätigen (Zwei-Faktor-Authentisierung). Bei manchen Diensten ersetzt der Code auch das Passwort vollständig. Der Code ist jeweils nur einmal gültig und wird Ihnen – unmittelbar wenn Sie ihn brauchen – zugesendet.
    • Link per E-Mail Der Identitätsnachweis über einen Link, den Sie per E-Mail erhalten, ist ebenfalls weit verbreitet. Auch hier gilt: Häufig dient der Link als zusätzlicher Nachweis nach der Passworteingabe, manchmal ersetzt er das Passwort vollständig. Voraussetzung ist natürlich, dass nur Sie Zugriff auf Ihr E-Mail-Konto haben.
    • Besondere App als Nachweis Für einige Anwendungen stehen spezielle Apps für einen zusätzlichen Identitätsnachweis zur Verfügung, beispielsweise beim Online-Banking oder zur Kommunikation mit dem Finanzamt. Möchten Sie eine bestimmte Aktion ausführen oder sich anmelden, kann es notwendig sein, dies in der speziellen App zu bestätigen. Ist eine solche App notwendig, fordert die Anwendung Sie meist zur Installation auf.
    Material:

    Video zur Zwei-Faktor-Authentisierung: https://www.youtube.com/watch?v=xCCni1Sxe80

    Erfragen Sie, welche Kommunikations- und Social-Media-Apps die Teilnehmenden nutzen und was sie damit machen. Auf Basis der Antworten können Sie entscheiden, welche der nachfolgend aufgeführten Aspekte für Ihre Gruppe relevant sind.

    Schauen Sie sich anschließend als Impuls gemeinsam das folgende Video an, in dem mit Seniorinnen und Senioren erläutert wird, worauf beim Versenden von Fotos geachtet werden muss (Recht am eigenen Bild) und wie/dass man Profile in Social Media Apps so einstellen kann, dass der Empfängerkreis überschaubar ist (4:45 Minuten):

    https://www.radiobremen.de/videos/medienkompetenz-seniorinnen-senioren-datenschutz-100.html

    Kommen Sie auf Basis des Videos ins Gespräch. Wiederholen Sie ggf. die Bedeutung des „Rechts am eigenen Bild“.

    Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Einstellungen der von ihnen genutzten Apps aufzurufen. Diskutieren Sie gemeinsam, welche Einstellungen empfehlenswert sind. Geben Sie den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Apps entsprechend datensparsam einzustellen. Laden Sie die Teilnehmenden ein, bewusst zu entscheiden, was sie über die Apps teilen möchten.

    WhatsApp:

    • Wer soll diese Informationen sehen können: Zuletzt online/Online; Profilbild; Info; Status (Auswahlmöglichkeiten in Abstufungen zwischen „Alle“ und „Niemand“ vorhanden.)
    • Wer soll Sie zu Gruppen hinzufügen können? (Auswahlmöglichkeiten in Abstufungen zwischen „Alle“ und „Meine Kontakte außer…“ vorhanden.)

    Instagram:

    • Soll Ihr Konto privat oder öffentlich sein? (bei einem öffentlichen Konto könnten Millionen von Menschen weltweit auf die Beiträge zugreifen)
    • Wer soll sehen können, wann Sie zuletzt online waren? (Einstellbar unter dem Menüpunkt „Aktivitäten auf dem Tab ‘Freunde’“)
    • Wer soll über den „Gerätestandort“ sehen, wo Sie sich gerade befinden? (Einstellbar über die App-Berechtigungen „Standort“)

    Facebook:

    • Wer kann Ihre Beiträge sehen? (Auswahlmöglichkeiten z. B. „Öffentlich“, „Freunde“, „Freunde außer…“ oder „Nur ich“)
    • Wer kann Ihnen Freundschaftsanfragen senden? (Einstellbar zwischen „Alle“ und „Freunde von Freunden“)
    • Wer kann sehen, wer zu Ihrer Freundesliste gehört? (Einstellbar z. B. auf „Freunde“ oder „Nur ich“)
    • Wer kann Sie über Ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer finden? (Einstellbar z. B. auf „Alle“, „Freunde von Freunden“ oder „Freunde“)
    • Soll Ihr Profil von Suchmaschinen außerhalb von Facebook gefunden werden können? (Diese Funktion kann ein- oder ausgeschaltet werden)
    Material:

    Video zu Datenschutz-Einstellungen und „Recht am eigenen Bild“: https://www.radiobremen.de/videos/medienkompetenz-seniorinnen-senioren-datenschutz-100.html

    Abschlussrunde

    Dauer: 10 Minuten

    Klären Sie offene Fragen, kündigen Sie das nächste Treffen an und verabschieden Sie sich.

    Für meine Einheit mit den gewählten Varianten

    Über den Download hinaus benötigtes oder vorzubereitendes Material (für meine geplante Einheit):

      Anregungen zur Vertiefung oder Weiterarbeit

      Sofern Sie als Vertiefungsoption Variante A gewählt haben, könnten Sie in der Folgeeinheit Variante B und/oder C durchführen

      Ergänzen können Sie dies durch Zeit für Austausch und individuelle Beratung bzw. gegenseitige Unterstützung der Teilnehmenden – so entsteht eine weitere Einheit in identischem zeitlichen Umfang.