Kommunikations-Apps

Lernziel:
Verschiedene Kommunikations-Apps und ihre Funktionen werden vorgestellt und erprobt sowie das „Recht am eigenen Bild“ alltagsnah erfahrbar gemacht.
Geeignet für: Ältere Menschen

Im Folgenden finden Sie den Ablaufplan für die gewählte 90-Minuten-Einheit. Details können Sie über die Dreiecke ein- und ausblenden.
An einigen Stellen können Sie aus mehreren inhaltlichen bzw. methodischen Varianten wählen, um den Ablauf bestmöglich auf Ihre Lerngruppe anzupassen.
Für meine Einheit mit den gewählten Varianten
Ablaufplan für die Fokus-Einheit „Kommunikations-Apps"
Themeneinstieg: Das geeignete Kommunikationsmittel
Dauer: 10 Minuten
Legen Sie bei kleinen Gruppen die Symbol-Karten aus oder nutzen Sie bei größeren Gruppen die Folie der Präsentation (beides s. Material-Download), die Sie über einen Beamer oder einen großen Bildschirm zeigen. Fragen Sie die Teilnehmenden, für welches Anliegen (z. B. Einladung zu einem Fest, Bericht aus dem Urlaub, aktuelles Problem, Verabredung für den Folgetag, …) sie welches Kommunikationsmittel als besonders geeignet empfinden.
Auf den Bildkarten bzw. der Folie werden folgende Kommunikationsmittel dargestellt:
- Telefon
- Postkarte
- Brief
- Messenger-App (Chat)
- Videotelefonie
- persönliches Gespräch
optional: Symbol-Karten Kommunikationsmittel, ausgedruckt (s. Material-Download)
Messenger-Dienste kennenlernen
Dauer: 20 Minuten
Stellen Sie Messenger-Dienste im Allgemeinen und verschiedene konkrete Messenger-Dienste vor. Wahlweise erzählen Sie frei oder nutzen als Unterstützung die Präsentation (s. Material-Download).
In der Präsentation enthalten:
Der Begriff „Messenger“ steht für Apps, mit denen man Nachrichten in Echtzeit empfangen und senden kann. „Messenger“ ist also eine App-Kategorie, vergleichbar mit der Kategorie „Spiele“ oder „Gesundheits-Apps“.
Das geht in Messengern:
- Text-Nachrichten schreiben und empfangen (Chat)
- Sprach-Nachrichten (Audio) verschicken und empfangen
- Fotos und Videos verschicken und empfangen
- Emojis verschicken und empfangen (über Messenger werden häufig solche kleinen Symbole verschickt, die verdeutlichen sollen, wie eine Nachricht gemeint ist. Hier sehen Sie einige Beispiele: 😃😉🙁👍🥳)
- telefonieren
- telefonieren mit Bild (sehen und hören)
- Kanäle abonnieren oder selbst veröffentlichen
- Kommunikation in Gruppen (Gruppenchat)
Wichtig zu wissen: Über einen Messenger erreichen Sie nur die Personen, die denselben Messenger benutzen. Das ist ein großer Unterschied zur normalen Telefon-Funktion des Smartphones oder eines Festnetz-Telefons. Egal bei wem ich meinen Telefonvertrag abgeschlossen habe: ich kann alle anderen Menschen mit Telefon anrufen, auch wenn diese bei einer anderen Firma ihren Telefonvertrag abgeschlossen haben. Anders beim Messenger: Nur wenn die Person, die ich erreichen möchte, und ich denselben Messenger installiert haben, können wir uns darüber anrufen oder Nachrichten schicken.
Damit Sie mithilfe von Messengern Nachrichten verschicken oder empfangen können, brauchen Sie eine Internetverbindung (WLAN oder mobile Daten). Ohne Internetverbindung funktionieren Messenger nicht.
Das Verschicken von Nachrichten, ebenso wie das Telefonieren und auch die Video-Telefonie, sind über Messenger kostenlos. Regelmäßige Gebühren fallen also – anders als beim Festnetz-Telefon zu Hause – nicht an.
WhatsApp
Die aktuell am meisten genutzte Messenger-App heißt „WhatsApp“. Dies ist der größte Vorteil, weil Sie daher über WhatsApp viele Bekannte erreichen können. Die Nachrichten, die Sie verschicken, sind verschlüsselt und können daher nicht direkt von Dritten mitgelesen werden. WhatsApp ist kostenlos.
Nachteile von WhatsApp sind, dass alle im Telefon gespeicherten Kontakte und Metadaten (wann Sie mit wem kommunizieren) analysiert werden und an den Facebook-Mutterkonzern „Meta“ weitergegeben werden. Ziel ist unter anderem die personalisierte Werbung.
Signal
Unter den kostenlosen Messengern ist Signal äußerst datenschutzfreundlich und deshalb besonders empfehlenswert. Alle Nachrichten sind standardmäßig verschlüsselt, weder andere Personen noch die Entwicklerinnen und Entwickler von Signal können die Nachrichten also mitlesen. Auch sogenannte „Metadaten“ wie Standort oder mit wem man kommuniziert, werden nicht gespeichert. Signal wird von einer gemeinnützigen Stiftung finanziert.
Trotz dieser Vorteile ist Signal noch nicht so stark verbreitet wie andere Messenger – das ist der einzige Nachteil an Signal.
Telegram
Auch Telegram ist ein kostenloser Messenger. Er bietet viele Funktionen und ist einfach zu bedienen. Für mehr Privatsphäre müssen jedoch zusätzliche Einstellungen aktiviert werden, da nicht alle Chats automatisch vollständig geschützt sind. Nur die sogenannten „Geheimen Chats“ sind Ende-zu-Ende verschlüsselt – dann können nur Sie und Ihr Gesprächspartner die Nachrichten lesen. Über einen Benutzernamen können andere Personen Sie außerdem kontaktieren, ohne Ihre Telefonnummer zu kennen.
Threema
Threema ist ein Messenger aus der Schweiz mit besonderem Fokus auf Datenschutz. Threema ist allerdings nicht kostenlos, sondern kostet einmalig ein paar Euro. Besonderer Vorteil: Für die Nutzung ist keine Telefonnummer erforderlich – stattdessen erhält man eine zufällige Threema-ID. Das ermöglicht die Nutzung auch auf Tablets, wenn kein Smartphone vorhanden ist.
Nachrichten (Apple)
Die App „Nachrichten“ ist der Messenger von Apple und auf iPhones und iPads automatisch installiert. Damit lassen sich Textnachrichten, Fotos oder Sprachnachrichten verschicken. Wenn beide Gesprächspartner ein Apple-Gerät verwenden, erfolgt der Versand per Internet (erkennbar an blauen Sprechblasen) und ist verschlüsselt. Ansonsten erfolgt der Versand per SMS oder MMS über das Mobilfunknetz (erkennbar an grünen Sprechblasen), wodurch je nach Tarif Kosten entstehen können.
FaceTime (Apple)
Auch FaceTime ist von Apple und ist automatisch auf iPhones und iPads installiert. Es ermöglicht Video- und Audio-Telefonate per Internet. Das funktioniert am besten, wenn die Person, die Sie anrufen möchten, ebenfalls FaceTime auf einem Apple-Gerät benutzt.
Sich in Messenger-Apps orientieren
Dauer: 15 Minuten
Legen Sie die ausgedruckten Bildkarten aus, oder zeigen Sie die Folie der Präsentation (beides s. Material-Download), die Sie über einen Beamer oder auf einem großen Bildschirm sichtbar machen. Laden Sie die Teilnehmenden ein, zu raten bzw. zu erläutern, welche Funktion sich hinter welchem Symbol versteckt. Fassen Sie zum Abschluss nochmals alle Symbole und deren Funktionen korrekt zusammen:
Stift bzw. Bild der Person
[Um eine neue Nachricht zu schreiben, müssen Sie entweder auf eine dort angezeigte Person tippen – oder zunächst auf das Stift-Symbol und dann auf den Namen der Person.]Weisen Sie darauf hin: Nachrichten können über die dann eingeblendete Tastatur eingegeben werden oder mit der Diktierfunktion erstellt werden.
Telefonhörer
[Um eine Person anzurufen, müssen Sie meist auf einen Telefonhörer tippen.]Video-Kamera
[Um eine Person mit Video anzurufen, müssen Sie meist auf eine Video-Kamera tippen.]Foto-Kamera
[Um Fotos zu verschicken, müssen Sie meist auf eine Foto-Kamera tippen.]Mikrofon bzw. Audio-Symbol
[Um Audioaufnahmen, sogenannte Sprachnachrichten, zu verschicken, müssen Sie meist auf ein Mikrofon oder ein Symbol mit Audiowellen tippen.]Emojis
[Um Emojis zu verschicken, müssen Sie meist auf einen solchen Smiley tippen. Dieser ist manchmal direkt auf der Tastatur angelegt. Tippen Sie darauf, gelangen Sie zu einer Auswahl unterschiedlicher Emojis.]Pfeil (verschiedene Varianten)
[Um eine Nachricht abzuschicken, müssen Sie meist auf einen Pfeil (nach oben oder nach rechts) tippen.]
optional: Symbol-Karten Messenger-Symbole, ausgedruckt (s. Material-Download)
Messenger ausprobieren
Dauer: 20 Minuten
Teilnehmende, die noch keine Messenger-App installiert haben und noch große Berührungsängste haben, können diese innerhalb der kostenfreien Lern-App „Starthilfe – digital dabei“ abbauen. Stellen Sie, wenn möglich, ein Gerät mit der installierten App bereit oder unterstützen Sie bei der Installation der App.
Unterstützen Sie die Teilnehmenden, über das Menü der App in Modul 4 die beiden Übungen „Wo ist was in Messengern“ und „Messenger-Unterhaltung“ zu durchlaufen.
optional: Smartphone oder Tablet mit der App „Starthilfe – digital dabei“ (https://starthilfe-app.de/)
(Hierfür ist es erforderlich, dass die Teilnehmenden mit ihren Geräten Internet-Zugang haben – entweder über ihren Mobilfunk-Tarif oder per WLAN am Ort der Begleitung.)
Unterstützen Sie die Teilnehmenden, die bereits einen echten Messenger installiert haben, oder dies nun tun möchten, bei ihren ersten Schritten in der App.
Finden Sie zunächst die Symbole zu den grundlegenden Funktionen, die zu Beginn der Einheit besprochen wurden (nutzen Sie dafür erneut die Bildkarten).
Regen Sie anschließend dazu an, dass Teilnehmende, die den gleichen Messenger nutzen, untereinander Nummern tauschen und sich gegenseitig Text-Nachrichten, Sprachnachrichten und Bilder schicken sowie ein erstes Videotelefonat ausprobieren.
Möglich ist auch, dass Teilnehmende in dieser Phase erste Nachrichten an Familienmitglieder oder Freunde außerhalb der Gruppe senden.
Hinweise zum Versenden von Fotos
Dauer: 15 Minuten
Greifen Sie die zuvor gemachten Erfahrungen auf, indem Sie hervorheben, dass in Messengern viele Dinge zumindest technisch ganz einfach möglich sind. Anhand von Fallbeispielen beleuchten Sie nun die rechtlichen Aspekte. Führen Sie die Teilnehmenden durch das Quiz, wahlweise einfach im Gespräch oder unterstützt durch die Präsentation (s. Material-Download) per Beamer oder Bildschirm.
Fallbeispiel 1:
Herr Schmidt besucht einen Geburtstagskaffee und macht ein Gruppenfoto mit allen Gästen. Danach verschickt er das Bild per Messenger an seine Freunde, ohne die Gäste zu fragen.
Durfte er das Bild verschicken? (Ja / Nein)
→ Nein. Auf dem Bild sind andere Personen zu sehen. Jede Person hat das Recht am eigenen Bild. Man darf Bilder von anderen nur mit deren Erlaubnis weitergeben.
Fallbeispiel 2:
Sabine und Marion treffen sich in einem Café. Sabine nimmt ein gemeinsames Selfie auf. Nach dem Treffen schickt sie es an Marion per Messenger.
Durfte sie das Bild verschicken? (Ja / Nein)
→ Ja. Die beiden haben das Bild gemeinsam und bewusst aufgenommen, und Sabine schickte es lediglich an Marion, die auch selbst auf dem Bild zu sehen ist.
Fallbeispiel 3:
Maria macht ein Foto von sich und ihrer Enkelin im Garten und schickt es per Messenger an ihre Schwester.
Ist es in Ordnung, dass sie das Bild verschickt hat? (Ja / Nein)
→ Nein. Ohne dass die Enkelin einverstanden ist (sowie ihre Eltern), sollte Maria das Bild nicht versenden. Vor Gericht wäre dies eine Einzelfall-Entscheidung, da das Bild nur für private Zwecke innerhalb der Familie verschickt wurde. Dennoch sollte Maria ein Vorbild sein und ohne explizite Einwilligung keine Bilder weitergeben.
Fallbeispiel 4:
Frau Müller macht ein Foto ihrer Nachbarin im Park. Sie fragt vorher, ob die Nachbarin mit dem Versenden des Fotos einverstanden ist, bevor sie es per Messenger an eine gemeinsame Bekannte verschickt.
Durfte sie das Bild verschicken? (Ja / Nein)
→ Ja. Weil die Nachbarin zugestimmt hat, darf Frau Müller das Bild verschicken. Einwilligung ist der Schlüssel, wenn andere Personen zu sehen sind.
Abschlussrunde
Dauer: 10 Minuten
Klären Sie offene Fragen, kündigen Sie das nächste Treffen an und verabschieden Sie sich.
Für meine Einheit mit den gewählten Varianten
Anregungen zur Vertiefung oder Weiterarbeit
Sofern Sie bei „Messenger ausprobieren“ Variante A gewählt haben, könnten Sie in der Folgeeinheit Variante B durchführen
Ergänzen können Sie dies durch Zeit für Austausch und individuelle Beratung bzw. gegenseitige Unterstützung der Teilnehmenden – so entsteht eine weitere Einheit mit identischem zeitlichen Umfang.



